Einfachere Zeiten

Posted: October 7, 2009 by infernalteddy in Uncategorized
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Mein Rezensionsexemplar des Pathfinder RPGs ist gerade angekommen, und beim ersten Durchblättern ist mir etwas aufgefallen, das nur sehr indirekt mit dem Buch zu tun hat: Früher war mein Hobby einfacher. Nicht vom Regelwerk her – ich bin immer noch der Meinung das AD&D, Palladium und Rolemaster viel komplizierter waren als alles was ich im moment spiele bzw. spielen würde. Auch die Vorbereitungszeit ist nicht wesentlich länger oder kürzer geworden, nein mir geht’s mehr um den “gedanklichen Aufwand” den ich habe. Früher habe ich mir weniger gedanken gemacht darum, was das “Thema” oder die “Stimmung” meiner Abenteuer war, oder ob das so problemlos in die Spielwelt gepasst hat, ob die innere Logik der Welt das zulässt, nix. Die einzigen Gedanken waren: “Finde ich das cool? Finden meine Spieler das cool?”.

Das Problem ist natürlich auch, das es eigentlich kein weg zurück gibt. Genauso wie ich zwar immer noch spaß an sinnlosen, hirntoten wannabe Tolkien-clone finden kann, aber dennoch die leise stimme im kopf habe, die mir nörgelnd sagt was daran alles so scheiße ist habe ich auch beim gedanken daran eine Spielwelt zu basteln die rein auf coolness ohne innere Logik basiert das gefühl, nicht mein bestes gegeben zu haben um meine Spieler zu unterhalten.

Comments
  1. TheClone says:

    Das ist halt das Los der Erfahrung😉 Wer mehr weiss und kennt, denkt auch mehr. Meistens jedenfalls. Aber die Frage nach Thema und Stimmung ist doch eigentlich nur eine andere Frage nach “Finden meine Spieler das cool?”, denn Thema und Stimmung müssen ja zuerst zu den Spielern (und einem selbst) passen.

  2. Craze says:

    Einer der Gründe, warum ich Palladium Fantasy mochte und jetzt D&D4 mehr mag als die vorherigen Editionen, war eben jener simple Anspruch, einen Heldencharakter zu bauen, der so exotisch ist wie ich mir das zutraue, und dann Hals über Kopf diese fantastische Rolle anzunehmen und in ein episches Abenteuer zu rennen. Der Welthintergrund war dabei größtenteils egal (bis auf ein paar sehr simple Grundlagen) und eröffnete sich durch das Spiel und worauf wir, als Spieler, Bock hatten. Rückblickend finde ich nicht, dass diese Abenteuer “weniger wertvoll” waren als die komplexeren, zutiefst mit dem Setting verflochtenen, Kampagnen, die ich heute kenne. Ha, tatsächlich waren viele dieser Abenteuer damals inhaltlich wesentlich komplexer, da man viel mehr Inhalt selber eingebracht hat. Die Beziehung zur Spielwelt ist auch eine komplett andere, wenn alle das Gefühl haben, irgendwie daran mitgewirkt zu haben.

    Die Kampagnensettings haben diese unschuldige Herangehensweise an das Fantasy-Rollenspiel IMHO kaputt gemacht.

    Plötzlich kann man dieses oder jenes nicht mehr ohne weiteres spielen, weil hier, da und dort irgendwo steht, was das alles für Komplikationen mit sich bringen wird. Und das anzupassen, damit das möglich wird, ist den meisten SL (und davon will ich mich gar nicht ausnehmen) zu viel Arbeit. Zudem kommt noch der Aspekt der Investition dazu: Jetzt hat man das verdammte Settingbuch schon, dann will man es auch so verwenden und nicht wie damals alles selbst erfinden, wie es einem gerade einfällt. Sonst hätte man sich die Ausgabe ja auch sparen können (was in den meisten Fällen übrigens wahr ist, leider).

    Als jemand, der selbst an einem sehr Setting-lastigen Rollenspiel schreibt, will ich nicht zu sehr mit Steinen werfen, aber ich glaube “klassisches” Fantasy ist am besten, wenn es simpel und basic bleibt. Sollen die Spieler die Landkarte füllen und für ihre Charaktere einen Platz in der Welt finden. Je weniger ausgefeilten Hintergrund die Spielwelt hat, umso leichter ist es auch für Einsteiger, sich hineinzufinden.

    Ich glaube aber, dass der allgemeine Trend im Fantasy-Rollenspiel wieder in genau diese Richtung geht. Back to the roots und all das. Pathfinder ist ein guter Schritt in diese Richtung, wenngleich im Vergleich zu D&D4 noch recht inkonsequent (aus nachvollziehbaren Gründen der Abwärtskompatibilität, natürlich).

    Grundsätzlich bin ich auch ein Freund komplexer Settings, aber “Elfen-und-Zwerge”-Fantasy funktioniert für mich am besten, wenn es auf einem märchenartig simplen Level bleibt. Man kann jede Form von Geschichte erzählen, aber sobald das Setting zu komplex und ausformuliert wird, fangen die Spieler nur an, nach inhaltlichen Lücken, Logikfehlern und Plausibilitätsbrüchen zu suchen.

  3. zorn says:

    Ich glaube, wir werden anspruchsvoller. Die “schlichten” Plots haben wir irgendwann einfach durch.

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