Gaming and Writing are not the same

Posted: December 8, 2009 by infernalteddy in Uncategorized
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Okay, dieses mal geht’s weniger um das Spielen als eher um das Erschaffen.

Ich leite ja nicht nur, ich schreibe auch. Und damit meine ich nicht nur SL-Material. Ich habe hier im Regal hinter mir mehrere Ordner mit Settingmaterialien, sei es irgenwelche Notizen zu längst vergangenen Campaigns, NSCs zu Spielen die ich nicht mehr besitze, oder das “etwas” umfangreiche Fantasy-Setting das ich zum Erscheinen von D&D 3.0 angefangen hatte (Und heute noch am ausarbeiten bin. Da stecken geschichten dahinter…). Außerdem habe ich hier noch Ordner mit Kurzgeschichten, Romananfängen, Gedichten und ähnliches mehr, und da ist auch einiges über die Jahre zusammengekommen.

Überschneidung? Null.

Ich habe keine einzige Geschichte, keine einzige Zeile Fiktion zu meinen Rollenspielen verfaßt. Nix. Nada. Null. Warum? Weil Rollenspiel nunmal nicht Fiction Writing ist. Eine Welt, die sich zum Rollenspielen eignet, eignet sich selten wirklich zum Geschichtenschreiben – und umgekehrt. Ich hab’ in Hismar berge von Plothooks, Campaign- und Abenteuerideen verarbeitet, aber die wenigsten davon würden sich wirklich eignen um daraus einen geschichte zu machen. und wenn, dann wären es letztenendes “geschichten”, bei denen ich die Anfangslage aufstellen würde, und zugucken würde wo die Spieler damit hingehen, und was sie damit machen. Keine geschichte die ich schreiben würde, sondern eine, die mit den Spielern entstehen würde. Und seien wir doch ehrlich – so toll Rollenspielsessions auch sind, die wenigsten wären als Roman interessant, oder?

Umgekehrt natürlich auch: Klar mag ich Tolkien, Dune oder The Atrocity Archives. Aber in diesen Welten spielen wollen? Nicht wirklich. Ich bin eh ein Tolkien- und Dune-Freak, aber ich wette, sollte ich mal eine Runde in einer dieser Welten ansiedeln hätte ich sofort jemanden an der Backe, der mit traumwandlerischer sicherheit einen Fehler nach dem anderen finden würde, den ich in bezug auf das ursprungsmaterial gemacht hätte. Zumal die wenigsten Romane so geschrieben sind das sie eine vielzahl von Protagonisten tragen. Meist ist es ja doch der eine Protagonist, unterstützt von einigen nebencharakteren, der die Handlung erlebt.

Es gibt auch Romane zu Rollenspielwelten, klar. Manche davon sind auch richtig gut, auch klar. Aber das ist in meinen Augen eher die Ausnahme. Und oft ist es auch ein Problem: die wenigsten Rollenspiel unterstützen tatsächlich die Möglichekiten und Plots, die in den Romanen dargestellt werden. Die D&D-Romane sind zum Beispiel niemals als Rollenspiel umsetzbar – und bei den paar DSA-Romanen die ich vor Jahren gelsen habe ist es auch eher so, das sie eine ähnliche Welt abdecken als die des Rollenspiels, aber niemals die selbe.

Also: Gaming and Writing are NOT the same. Repeat that every night before you go to bed.

Ich gehe jetzt mal noch was für meinem Roman über Feen schreiben. Und ihr könnt euch über eines sicher sein: NICHTS davon wird jemals von mir im Rollenspiel verwendet werden. Versprochen!

Comments
  1. Andrea says:

    Ich glaub, dass Rollenspielromane nicht so gut sind, liegt eher daran, dass die Autoren Anfängerautoren sind, weil es ziemlich praktisch ist, mit Rollenspielromanen anzufangen. Da kommt man leicht rein und so.

    Ich würd aber nicht sagen, dass die Welten bei Romanen und Spielen nicht ganz dieselben sind. Klar, ab und zu packen Autoren Dinge in ihre Romane, die nach den Regeln nicht funktionieren, aber das muss nicht unbedingt sein. Dass Romanplots als Rollenspiele nicht funktionieren und umgekehrt, liegt eher an der Story. Allein schon z.B., dass ein guter Roman Charakterentwicklung haben sollte, die sich weit jenseits der Verbesserung irgendwelcher Fähigkeiten bewegt.

    • infernalteddy says:

      Würde ich nichtmal sagen. Rollenspielromane sind schlecht weil es – genau wie Star Wars oder Star Trek Romane – fließbandarbeit ist, vor allem im englischsprachigen Bereich. Beispiel: R. A. Salvatore. Ich mochte seine frühen Romane – die Icewind Dale Trilogie, die Sage vom Dunkelelfen Trilogie – aber seine späteren sachen (Schema D für Dunekelf) finde ich furchtbar, weil sie dem selben schema folgen. Die mesiten Rollenspielromane im englischsprachigen sind arbeiten nach dem schema wir brauchen dazu einen Roman. Du hast so-und-so viele wörter, schreib mal. Bei DSA war es in den 90gern so, das man entweder romane von redakteueren hatte, die sich in Aventurien auskannten, aber nicht schreiben konnten, oder romane von “bekannten” Autoren, die zwar schreiben konnten, aber keine ahnung von der Materie hatten.

      Wer es meiner Meinung nach gut macht? Die Lektoren der Romanreihen zu den Spielen von Games Workshop und die Lektoren zu den Romanen zu Magic: the Gathering..
      Aber das ist ein Thema für einen anderen Blogeintrag…

      • Andrea says:

        Stimmt, Fließbandarbeit ist auch ein Grund.

        Ich fand bisher immer, dass die besten Rollenspielromane, Shadowrunromane sind. Pesadillas z.B. … übertreibt einige der Auswirkungen von Cyberware ein bisschen, hält sich aber ansonsten an die Regeln, und ist ziemlich genial einfach wegen der Charaktere.

  2. TheClone says:

    Erstmal: Danke🙂 Ich hänge nicht ganz derselben aber eine sehr ähnlichen Meinung an. Romane können durchaus gute Anregungen bieten, aber nur in Einzelpunkten. Als direkte Vorlage für Rollenspiel taugen sie nichts. Genauso wenig andersherum. Aber ich schiebe das nicht auf die Welt, sondern auch die Art der Geschichte. Romane ziehen ihre spannung usw. daraus das die Charaktere untereinander und mit der Welt abgestimmt reagieren. (Dasselbe gilt für mich auch für Film und Fernsehen.). Ganz simples Beispiel: Der Protagonist tritt genau dann zur Seite wenn das Klavier vom Kran fällt. So etwas ist im Rollenspiel nicht möglich, weil die Charaktere eben autonom handeln und man darauf nur sehr begrenzten Einfluss hat und dementsprechend alles andere als grobe Vorhersagen auch beim Railroading unmöglich sind. All das verhindert aber nicht, dass man in einer Welt einen packenden Roman schreiben kann und eine klasse RPG-Runde spielt. Nur sollten beide nicht zu eng gekoppelt sein. Es sollte nur sehr begrenzt gegenseitige Beeinflussung möglich sein oder man erlaubt die Romanhandlung zu verändern.

    Was ich in solchen Welten, z.B. FR immer sehe schwierig finde: Es gibt unglaublich viele Infos über so eine Welt und ich sehe mich kaum im Stande mir das alles zu merken und im Spiel zu bedenken. Gerade wenn man zu Konsequenzen einer SC-Entscheidung abwägen muss.

  3. Ishmael says:

    Auch wenn es ein wenig ins Off Topic geht – wie hälst du es denn umgekehrt? Wie starkt baust die den Hintergrund für deine Geschichten aus?

    Oder anders gefragt, wenn du J.K. Rowling wärst, hättest du Haus Ravenclaw ausgearbeitet, obwohl es bis auf einen einzigen Nebencharakter nie in deinen Geschichten eine wichtige Rolle gespielt hat?

    • infernalteddy says:

      Kommt drauf an. In der Regel nur, was ich brauche, aber wenn eine idee kommt schreibe ich sie auf jeden fall aus – man weiß nie zu waws das führt…

  4. Reaktorblock says:

    Ich sehe das Problem vor allem bei den Charakteren. RPG Charaktere machen den Spielern Spass, weil sie mächtig sind. Für einen Roman sind ein paar tolle Skills und Moves (^^) ja ganz nett. Aber wenn man nur Helden hat, die alles können (zumindest im Team) und praktisch nie schwerwiegend scheitern, wird das extrem schnell langweilig werden.

    Was Hintergrundmaterial angeht sehe ich das anders…wenn es vom Einheitsbrei abweicht, glaube ich schon, das man in vielen Homebrew Kampagnen viele interessante Ideen findet. Nur die 1.000e Geschichte über/mit Elfen, Zwergen und Zauberern mit spitzen Hüten braucht wirklich keiner.

  5. […] Roman: What it says on the tin. Aber da – wie ich ja schonmal gesagt habe – Spiele und Romane nicht das selbe sind hat das hier auch nicht viel zu […]

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