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Ich vermute mal, mit The Dungeon und alles war es unvermeidlich das ich mal ein paar Worte hier verliere zum Thema Pathfinder RPG, oder? Vor kurzem wurde auf Big Purple die Frage gestellt was denn Pathfinder-Fans am System finden. Meine Antwort war, das es für mich die “Common Sense Edition” von D&D ist. 3.5 war für mich die bisher beste offizielle D&D-Version (Ich spiele seid ca. 1990, also der Übergangsphase von 1st auf 2nd Edition AD&D), und vieles was Paizo in Pathfinder einfließen lies waren aus meiner Sicht als Spielleiter “gesunder Menschenverstand”-Verbesserungen, die ich entweder schon als Hausregel probiert hatte, oder bei denenich mir gegen die Stirn gehauen habe mit den Worten “Warum ist MIR das nicht eingefallen?”. Nimmt man da noch die Veränderungen an den Charakterklassen dazu, die für fast alle ein Upgrade darstellten, und die Änderungen an den Rassen (Jetzt kann ich endlich den Ork-Paladin spielen der mir seid jahren im Kopf rumspukt, ohne das ich mir selbst ins bein schieße…), und schon haben wir eine sehr solide Verbesserung eines bereits sehr guten Systems.

Blickt man über das exzellente Grundregelwerk hinaus (einen Link zu meiner Rezension der deutschen Ausgabe findet ihr oben in der Menüleiste) bleibt der gute Grundeindruck weiterhin bestätigt: das Advenced Player’s Guide entspricht von der menge an Optionen die einem Spieler geboten werden mindestens vier der alten “Complete Wasauchimmer” Bücher von WotC, und bisher habe ich noch nichte schlechtes gefunden, höchstens ein paar Sachen bei denen ich sage “das passt mir nicht für meine Runde” – Kernstück sind natürlich die neuen Core Classes, aber auch die Klassen- und Rassenoptionen überzeugen (Ehrlich gesagt, die Prestigeklassen sind das einzige bei dem ich “Meh” sagen würde, aber auch die sind nicht “schlecht”, nur nicht so gut wie der Rest). Wechselt man von der Spieler- auf die Spielleiterseite ändert sich der Eindruck nicht: Das Bestiary schlägt alleine von der Organisation die ganzen Monsterbücher von WotC zu Zeiten von 3.5 um längen, und alles was einen Shoggothen enthält KANN nur gut sein, oder? Oder? Das Spielleiterhandbuch habe ich noch nicht gelesen (Steht aber hinter mir auf dem Rezensionsstapel), macht aber dennoch einen sehr guten Eindruck –  nicht so sehr was für während des Spiels, sehr wohl aber vor und nach der Sitzung.

Auch auf der Abenteuerfront gibt es nix zu meckern (Hätte auch gewundert, wenn man bedenkt das Paizo das Pathfinder RPG überhaupt erst herausgebracht haben um ihre Adventure Paths zu unterstützen…), eine ganze menge an Campaigns (Die erwähnten Adventure Paths) und auch einzelne Abenteuer. Hier habe ich noch nicht so viel davon gesehen – wer mich kennt weiß das ich mit vorgefertigten Abenteuern eher auf Kriegsfuß stehe – aber was ich gesehen habe hat mich überzeugt. Neben dem Jahrmarkt der Tränen (Link zur Rezension oben) stehen hier die Adventure paths Second Darkness und Legacy of Fire, beide zumindest vom Lesen her sehr gut – SD wollte ich leiten aber die damalige Gruppe machte nicht mit, und LoF hatten wir angefangen bis die Gruppe auseinander ging.

Alles in allem haben wir also mit Pathfinder ein gut unterstütztes System hin qualitativen Quellenbüchern, viel Support in Form von vielen Abentueren (Und einem Äquivalent der RPGA, sollte man auch nicht vergessen…), man könnte meinen ich hätte gar keinen Grund zu meckern. Stimmt. Habe ich auch nicht. Alles was jetzt noch fehlt ist eine gescheite Welt in der man die Adventure Paths ansiedeln kann – Golarion ist nämlich nicht das, was ich als “gute Welt” bezeichnen würde, aber das ist ein Thema für einen anderen Tag…

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Ich dachte, ich plaudere mal für meinen letzten Post für diesen Monat (Und wahrscheinlich meinem letzten Post bevor ich euch mein neues kleines Projekt vorstellen kann) über etwas, das meiner Meinung nach in dieser Form ziemlich einzigartig in der Geschichte von D&D (Vielleicht sogar des Rollenspiels, irgendwer wird es mir schon sagen) sein dürfte: Die “Immortals Rules” für Mentzer-D&D. Wahrscheinlich kommt gleich irgend ein Klugscheißer daher und wird mir erzählen das es genug Rollenspiele und Quellenbücher gibt in denen man einen Gott spielen kann, bzw. zu einem Gott werden kann.  Mag ja sein, aber das ist es ja, was die Immortals so einzigartig macht – es SIND keine Götter, und die Immortals sindauch nicht unbedingt zum spielen gedacht gewesen.

Ich warte schon auf die “Ketzer”-Rufe. Fertig?

Schön.

So, jetzt geht ihr mal los, und hört euch die beiden Podcasts an, die Moritz hier auf seiner Seifenkiste verlinkt. Wie man hören kann war die Box eher als “Capstone”-System gedacht, als ergänzende Werkzeugkiste für den Spielleiter der seine Welt bis oben hin strukturiert aufbauen wollte, und dann erst als Material für Spieler. Wobei D&D wenn man erstmal auf diesem Niveau gespielt hat zu einem ganz anderen Spiel wurde, wo es gar nicht mehr um Monster töten und Schätze bergen gehen sollte (Gut, gab genug Gruppen die es wahrscheinlich so gespielt haben, aber das ist jetzt weder hier noch da). Die Immortals-Box hatte ein ganz eigenes Feeling, sowohl von den Regeln her als auch vom “implizierten Setting”, ein feeling, das weder spätere Versionen von D&D noch die “Wrath of the Immortals”-Box, welche die ursprünglichen Immortals-Rules ablösen sollten und auf die Rules Cyclopedia basierten.  Was ich mich jetzt frage ist – warum ignoriert die Retro-Bewegung diesen Teil des ansonsten so gelobten und nachgeahmten “Mentzer-D&D”? War die “Goldene Box” damals so verschmäht, befürchtet man Probleme in Bezug auf die OGL, warum? Ich für meinen Teil würde einen Clone begrüßen, der wirklich den ganzen Weg geht, BECM UND auch I, oder ist da doch ein Clone an mir vorbeigegangen der mir diesen Wunsch erfüllen würde? Am liebsten wäre mir natürlich, wenn Labyrinth Lord statt in richtung AD&D (Wie unlängst mit dem Advanced Edition Companion geschehen) doch eher in Richtung BECMI weitergehen würde.

Aber vermutlich stehe ich damit ganz alleine auf weiter Flur…

Wenn wir schon beim Thema “neue Editionen” sind, Wizards machen es demnächst leichter für Leute, die mit D&D anfangen wollen, dank ihrer neuen “Essentials“-Reihe. Im Prinzip handelt es sich um eine Rückkehr zu den alten Boxen der 80iger Jahre: Die erste Box enthält alles, was eine Gruppe braucht um die ersten paar Stufen zu bespielen, und mit den späteren Teilen der Reihe kann das Spiel erweitert werden, um weitere Rassen, Klassen, Talenten und Powers für die Spieler, und um zusätzliche Optionen, Monstern und Möglichkeiten für den Spielleiter. Und ja, die neue Box wird Rot!

Interessant an der ganzen Geschichte ist, das es sich bei der “Essentials“-Reihe NICHT um ein abgespecktes Spiel oder um ein “D&D-Ähnliches” Spiel handelt – wer sich die ganze Reihe zulegt besitzt die drei GRWs zu D&D 4, nur in anderer Verpackung. Und wer sich an meine Rezensionen erinnert weiß bestimmt noch das ich zwar entschieden hatte das es sich bei D&D 4 um ein Spiel handelt, das für mich nicht interessant ist, aber dennoch ein gutes Spiel ist.  Und jetzt soll eine version erscheinen die es neuen Spielern erleichtert einzusteigen? Das kann eigentlich nur gut sein – zumal die Präsentation als Box durchaus klug ist, da man so das Spiel auch im Spielwarenhandel und in Einkaufscentren platzieren kann, in denen Hasbro schon vertreten ist.

Eine weitere kluge Idee – zumindest meiner Meinung nach – ist die Entscheidung, den Spielern die Charaktererschaffung innerhalb einer Begegnung nahe zu bringen, sprich: die Entscheidungen des Spielers innerhalb der Begegnung bestimmen welche Klasse der Charakter hat, und wie die Werte sich verteilen. Apropos Klasse – die “Rote Box” bietet nur vier Klassen und vier Rassen: Kämpfer, Kleriker, Dieb, Zauberer, Mensch, Elf, Zwerg und Halbling. Wem die anderen Klassen/Rassen fehlen – die werden in den späteren Teilen der Reihe nachgeliefert.

Insgesamt klingt die “Essentials“-Reihe nach einer guten Sache, und ganz ehrlich – ich kann mir durchaus vorstellen, mir die neue Red Box zuzulegen, zumal der Preis, den Amazon derzeit verlangt unschlagbar niedrig ist. D&D 4 ist immer noch nicht unbedingt mein Spiel, aber um neue Leute ans Hobby zu führen, oder für einen schnellen Abend Dungeon Fun für zwischendurch ist das Set bestimmt nicht das Schlechteste.