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… ein Gastbeitrag von serafin

Zum Geleit:
Da ich kein eigenes Blog mehr habe, bzw. das Abenteuer-Blog ein Gemeinschaftsprojekt ist, welches nicht für Theorie- und Meinungsbeiträge gedacht ist, schreibe ich nun Gastbeiträge.

Dies geschieht eher unregelmässig und nur dann, wenn ich der Meinung bin, was zu sagen zu haben oder Frust ablassen zu müssen.

Ich beschränke mich dabei nicht auf ein bestimmtes Blog, denn ich erachte es als sehr wichtig, dass die Blogszene mehr zusammenarbeitet und sich vernetzt. Und dazu gehören nunmal auch Gastbeiträge.


Es war einmal in einem weiten Netz ohne Grenzen…

Die deutsche Forenlandschaft blüht und gedeiht, man erfreut sich eines regen Erfahrungs- und Gedankenaustausches und ganz Allgemein profitiert man von vielen verschiedenen Meinungen von vielen verschiedenen Menschen mit vielen verschiedenen Erkenntnissen. Dabei wird rücksichtsvoll und den Regeln des Anstandes entsprechend miteinander kommuniziert und alle fühlen sich wohl.

Und da wo das so ist, da sagen sich Fuchs und Gans abends gute Nacht, während der Wolf dem Rotkäpchen die Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Nicht umsonst fängt obiges Märchen mit “Es war einmal…” an – so wie alle guten Märchen.

NEIN, dieser Beitrag hat keinen akuten Anlass – nur um jeglichen Spekulationen vorzugreifen.
JA, du bist gemeint, liebes Blutschwerter-Forum, genauso wie du, oh Tanelorn. Und auch die wenigen anderen größeren Foren neben euch. Ja ihr da hinten, die ihr euch da im Schatten rumdrückt.

Wenn man sich die deutsche Forenlandschaft so betrachtet, merkt man eine immer stärker zu Tage tretende Stagnation. Und diese, so meine Meinung, ist selbst verschuldet!

“Ja, aber…” höre ich schon wieder unken. Nix “ja, aber…” – Facebook, Twitter und Co. haben damit genausowenig zu tun, wie WoW oder steigende Stromkosten. Die Schuld liegt in den Foren selbst. Ich weiß wovon ich spreche, war ich doch jahrelang selbst Moderator bei den Blutschwertern. Ein streitbarer Moderator gar, sowohl nach aussen als auch nach innen. Darüber, dass sich die Aussenwahrnehmung meiner Person als Moderator von der tatsächlichen Sachlage ziemlich unterschied, werde ich hier nicht groß philosophieren – das ist ein Thema, welches man bestenfalls privat bei einem guten Essen und dem dazugehörenden guten Schluck bespricht…

Die Ursache für die immer mehr zu großen Steinzeit-Chat-Ersatz werdenden Forendinosaurier ohne neue Inhalte und mit immer der gleichen Mischpoke ist der Klimawandel. Ja, richtig gehört, der Klimawandel!

“Der Klimawandel ist die wichtigste globale Herausforderung unserer Zeit!” sagte schon Sigmar Gabriel. Und wo er Recht hat, hat er Recht. Bevor ihr euch weiter fragt, ob ich nicht mehr alle beisammen habe vielleicht eine kurze Erklärung was ich meine.

Wenn ich von “Klimawandel” spreche, dann meine ich nicht den süßen Polarbären, der bald kein Eis mehr hat, sondern die Umgangsformen und den Tonfall innerhalb der Rollenspielforen – das Forenklima also.

Sehen wir uns doch mal den gewünschten “Soll”-Zustand eines dieser Foren an.

So schreibt das TANELORN in seinen Forenregeln folgendes:

Die Redaktion erwartet, dass im Forum sachlich und konstruktiv über Themen diskutiert wird
und die Benutzer freundlich und höflich miteinander umgehen!
Wir möchten darum bitten das Eskalationen in Diskussionen vermieden werden!
[…]
Die Beiträge anderer sollten daher grundsätzlich wohlwollend und positiv interpretiert werden!

Und was schreibt das Blutschwerter-Forum?

B! ist ein Projekt zur Förderung von phantastischen Spielen und Medien, insbesondere von Rollenspielen. In diesem Segment möchte B! ein ansprechendes, einladendes und attraktives Angebot an das Hobby sein und damit einen Wachstumskurs fahren.

[…]

Achtet daher bitte auf euren Ton. Beleidigungen, Unterstellungen und andere persönliche Angriffe sind zu unterlassen.

Und, wer alles hier ist der Meinung, dass das so auch umgesetzt wird? Eben. Und nein, der bucklige Kerl ohne Haare da hinten kriegt auch kein Freibier wenn er den Arm nach oben streckt, die dazu gehörige Veranstaltung ist in einem anderen Dungeon.

Aber warum ist das so? Ich denke, da spielen hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) zwei Faktoren eine Rolle.

Die eine Sache ist die mit der Zeit gewachsene Foren-Comunity an Alt-/Viel-Usern. Diese User haben mit der Zeit einige ganz eigene “Forenregeln” aufgestellt – wenn auch nicht bewusst, sondern einfach weil diese mit der Zeit so gewachsen sind.

Das ist an sich kein Problem, ganz im Gegenteil sogar notwendig, damit eine Gemeinschaft entsteht und besteht. Der Nachteil, wie immer in solchen Situationen ist die Einstiegshürde. Benutzer, welche noch nicht so lange dabei sind werden mitunter nicht so ernst genommen wie die alten Hasen mit den drei- bis vierstelligen Beitragszählern. Auch wird von diesen, mal mehr und mal weniger penetrant, gefordert sich dem jeweiligen Usus vollkommen anzugleichen.

Das kann mitunter seltsame Blüten treiben und zudem auch eher schädlich sein. Denn ab einem gewissen Punkt des Festgefahren seins von Sitten und Gebräuchen kommt es zum Stillstand. Dem kann man nur entgegenwirken, indem man eine gesunde Mischung aus üblichen Umgangsformen und Gepflogenheiten sowie Offenheit gegenüber anderen Gewohnheiten und Neulingen aufrecht erhält. Hier ist ganz eindeutig jeder einzelne Nutzer gefragt, aber insbesondere die Forenleitung mit ihren Moderatoren. Und das ist bestimmt keine leichte Aufgabe.

Der zweite Punkt ist sogar noch wichtiger als der erste Punkt. Und das ist die schleichende, aber aktive Vergiftung des Forenklimas. Diese hat nämlich das stetige Abwandern guter User zur Folge. Und das passiert in der Regel leise und ohne Abschiedsworte. Den Leuten wird es irgendwann zu bunt, aber statt sich noch zusätzlich Streß zu machen gehen die meisten einfach (und haben damit auch Recht, dient das Forum ja dem Austausch und dem Gespräch über das Hobby, Arbeit und Streß hat man auch so genug). Und ein weiterer, nicht unerheblicher Teil an Usern zieht sich in einen kleinen Bereich des Forums zurück, wo man “unter sich” ist. Einen Bereich wo nur ein kleiner Teil der Comunity aktiv ist, und wo man somit dem “Mob” entflieht.

Was genau ich mit der schleichenden Vergiftung meine, darüber habe ich in Ansätzen auch schonmal etwas geschrieben. Der Vollständigkeit halber sei es hier nochmal nachzulesen.

Nachdem ich mal wieder ein paar “alte” Schriftstücke durchgegangen bin, fiel mein Blick auch auf eine Arbeit über Schopenhauer. Im Zuge dessen musste ich auch an die Schopenhauer’schen rhetorischen Kunstgriffe denken.

Erstaunlich, wie viel davon hier immer wieder zu beobachten ist. Wenn man so darüber nachdenkt, findet man so ziemlich jeden einzelnen “Kunstgriff” in den hiesigen Diskussionen. Und obwohl das Schriftstück Schopenhauers mit dem Titel “Eristische* Dialektik – Die Kunst Recht zu behalten” vom Autor selbst als ironisches Werk auf die Rhetorik gedacht war, scheinen viele hier die dortigen Techniken als einzige Wahrheit zu vertreten.

Und eben diese Wahrheit die in diesen Lehren steckt ist nichts anderes als die Suche nach Streit. Passive Aggressionen, die man auf andere ablädt. Streit geschickt heraufbeschwört und sich an dem Leiden und den Reaktionen der Betroffenen ergötzt.

[…]

Warum, frage ich mich, warum muss man in eine Gemeinschaft platzen und dort Stunk machen? Wozu den eigenen Frust auf diese schändliche Art und Weise abladen? Sind die hier angewandten Methoden nicht einfach nur eine verbale und eloquente Form dessen, was man immer wieder in Bars und Clubs erlebt – nämlich das sich jemand eine Schlägerei sucht? Denn nichts anderes ist das doch auch hier, eine Schlägerei, wenn auch verbal. Und dann noch mit unredlichen Mitteln, sozusagen das “Sand in die Augen werfen” und “mit der abgebrochenen Bierflasche zuschlagen” der verbalen Auseinandersetzung.

Und ebenso wie bei der Clubsituation der (zu Recht) aufgebrachte Betroffene nach draussen befördert wird, wenn ihm – ausserhalb des Blicks der Türsteher – der tatsächliche Aggressor den Whiskey ins Gesicht gekippt hat, so ist es auch hier immer wieder zu beobachten, dass die betroffenen (und zu Recht aufgebrachten) User Verwarnungen und Maulkörbe kassieren oder gar öffentlich blamiert werden, während die eigentlichen Aggressoren ungestraft von dannen ziehen. Lediglich etwas ärmer an Frust, dafür voller Freude über die geglückte Schandtat.

* = eristisch, abgeleitet von der Göttin Eris, der Göttin des Zorns und der Zwietracht. Eristrik ist die Lehre des Streitgesprächs

Leonie/Bad Horse sowie SeelenJägerTee aus dem Tanelorn haben diesbezüglich auch schon ein paar Worte dazu geäussert, welche das auch sehr gut erklären.

Passiv-aggressiv bezeichnet einen verbalen Angriffstil, der aus dem Hinterhalt kommt. Der mit Subtext und Subsubtext arbeitet und bei dem der Autor nicht auf irgendwelche konkreten Beleidigungen festzulegen ist, weil er ja eigentlich nur was nettes sagen wollte.

[…]

Es ist schwieriger, auf passiv-aggressives Verhalten zu reagieren, weil man vielleicht nicht mal genau den Finger drauf legen kann, was einen jetzt grad irgendwie gestört hat.

[…]

Einige Leute haben eine besserwisserische, spitzfindige Argumentationsweise mit der sie es vortrefflich beherrschen die Aussagen anderer Leute als Sachlich inkompetent darzustellen obwohl sie nur sprachlich nicht absolut wasserdicht waren.
(Obwohl eigentlich klar ist was gemeint ist.)
Und dabei auch noch so eine Art drauf haben, die dem Betroffenen klar macht, dass es nicht darum geht eine ungenaue Aussage zu präzisieren, sondern einfach die gesamte Aussage des anderen zu entwerten.

Aber man kann dann ja nicht sagen: der hat mich beleidigt.
Man kann ja auch keine Retourkutsche geben, weil einem der Andere ja sprachlich überlegen ist und jede Aussage im Mund (oder hier im Text) herumdrehen kann.

Es ist eine Kränkung, wenn einem die Sachkompetenz unterminiert wird, weil man nicht so eloquent ist wie der andere.
Außerdem ist man auf sprachlicher Ebene ohnmächtig, und ohnmächtig zu sein kann einen aggressiv machen.
Das einem dann mal der Kragen platz und man den anderen beileidigt kann ich verstehen. Einfach weil man den anderen ja nicht genauso behandeln kann wie er einen behandelt hat – dazu fehlt einem ja die Eloquenz.

[…]

Aber dem “Opfer” bleibt ja keine Möglichkeit sich zu wehren.
Die einzige Waffe die ihm bleibt ist das plumpe: “DU ARSCHLOCH!”

[…]

Eine Diskussion SOLLTE nicht deswegen gewonnen werden, weil ich die berechtigte Aussage meines Gegenübers durch rhetorische Wendungen nihilieren kann, sonder weil ich bessere ARGUMENTE habe.

Gerade zu letztem Satz sei noch hinzuzufügen, dass ich selbst als Moderator oftmals auch das Gefühl hatte, es geht überhaupt gar nicht drum zu gewinnen, sondern vielmehr darum dem Gegenüber seine Überlegenheit an Eloquenz zu demonstrieren. Machtgehabe.

Was die Folgen solchen Handelns für ein Forum sind, dürfte klar sein. Zum einen immer wieder aufschäumende Emotionen inklusvie kurzzeitger großer Verbaltiraden sowie eine unterschwellige, vergiftete Stimmung. Denn auch andere merken, hier läuft was schief – auch wenn sie genausowenig den Finger drauf legen können. De facto gehen jedoch mindestens genauso viele User aus Entsetzen, Unverständnis oder Abneigung gegen den herrschenden Tonfall als auch User gehen, weil man ihnen unterschwellig zu verstehen gibt, sie seien unfähig und unerwünscht.

Wenn wir uns jetzt mal die RPG-Forenlandschaft in Deutschland so betrachten, und dabei die obigen Dinge berücksichtigen, ist der schleichende Verfall schon stark zu spüren. Interessante Themen kommen nur noch selten – woher auch? Dafür wachsen Comunity-Spiele in unermeßliche Längen und die Breite des restlichen Forums ist großteils gefüllt mit Ego-Gehabe und Geprolle der überlebenden Platzhirsche.

Doch kommen wir nochmal zurück auf das Märchen am Anfang, die heile Forenwelt wo alles rund läuft. Dass es diese nicht gibt sollte jedem klar sein, aber als angestrebter Idealzustand sollte sie dennoch dienen. Und wenn sich jemand heute zum Ziel setzt, ein RPG-Forum zu einem einladenden Ort zu machen muss er sich über die obigen Probleme bewusst sein und entsprechende Schritte einleiten. Und ich fände es ehrlich gesagt sehr schade, wenn die Forenlandschaft noch karger würde, als sie es schon geworden ist, nur weil man sich vor diesen Problemen verschließt.

Und bitte, dies soll keinesfalls die Arbeit oder den Einsatz unzähliger Forenmacher und Forenmitarbeiter schlecht machen – so ist das nicht gemeint. Ich weiß, dass man das mitunter so auffassen kann. Gerade deshalb sage ich es so deutlich! Mir geht es einzig und allein darum, gewisse Beobachtungen (welche ich ja nichtmals alleine habe) festzustellen und zu kommunizieren.

Shutting down The Forge?

Posted: November 3, 2010 by infernalteddy in Uncategorized
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Wie man hierhier und in typischer Yorkshire Terrier-Manier* auch hier nachlesen kann sieht es wohl so aus als würde Ron Edwards nach und nach The Forge “runterfahren” in etwas, was er als “Winter Stage” bezeichnet – für mich sieht es aus als würde er den Laden nach und nach einfach dicht machen wollen.

Man kann von Ron halten was man mag – ich mag ihn zum Beispiel nicht sonderlich – und man kann von The Forge und den dort gesponnenen Theorien halten was man will – mir ist der größte Teil dessen, was dabei rauskam ein wenig zu realitätsfern – aber was man nicht sollte ist den Stellenwert der Forge unterschätzen.  Ich weiß, das mag ein wenig seltsam klingen wenn ich eben noch sage es wäre realitätsfern, aber wartet einen Augenblick bevor ihr den Tab schließt. Viele neuere Rollenspiele, seien es ganz neue Spiele oder nur neue Editionen, haben von vielen Gedanken profitiert die von den Usern der Forge zuerst propagiert wurden. Man sieht einflüssen davon bei D&D 4th Edition, man sieht bei den ganzen FATE-Varianten Einflüsse, ich wage zu behaupten das in der nWoD auch was davon steckt, und ich bin mir sicher ihr könntet auch noch eine Liste – eine LANGE Liste zusammenbekommen wenn ihr wolltet.

Der zweite Faktor der für die Bedeutung der Forge spricht ist die Anzahl der kleinen und Kleinstverlagen die wir in den letzten zehn Jahren haben wachsen und gedeihen sehen. Es gab schon immer Small Press Publisher, keine Frage. Jeder der großen Verlage hat so angefangen. Und ja, die d20-Blase hat auch zum Entstehen und wachsen diverser Verlage geführt, ohne Frage. Aber wenn man sich die neue Generation an Publishern anguckt wie Luke Crane mit Burning Wheel (Noch jemand den ich nicht leiden kann übrigens), Evil Hat, Cubical 7 könnte man vielleicht hier auch aufführen, zum Teil auch die Retro-Macher die ihr material auch verkaufen, so sehen wir hier einen Einfluß der Forge: JEDER kann, wenn er will, ein Verleger sein. Man braucht keinen großen Verlag mehr hinter sich um erfolgreich zu sein.

Und das ist meiner unbescheidenen Meinung nach das wichtigeste, was uns The Forge gegeben hat.

* Mal im ernst – wenn ich mir den Pundit angucke weiß ich wo S aus B seine Manieren her hat… meine GÜTE…

Ich dachte, ich plaudere mal für meinen letzten Post für diesen Monat (Und wahrscheinlich meinem letzten Post bevor ich euch mein neues kleines Projekt vorstellen kann) über etwas, das meiner Meinung nach in dieser Form ziemlich einzigartig in der Geschichte von D&D (Vielleicht sogar des Rollenspiels, irgendwer wird es mir schon sagen) sein dürfte: Die “Immortals Rules” für Mentzer-D&D. Wahrscheinlich kommt gleich irgend ein Klugscheißer daher und wird mir erzählen das es genug Rollenspiele und Quellenbücher gibt in denen man einen Gott spielen kann, bzw. zu einem Gott werden kann.  Mag ja sein, aber das ist es ja, was die Immortals so einzigartig macht – es SIND keine Götter, und die Immortals sindauch nicht unbedingt zum spielen gedacht gewesen.

Ich warte schon auf die “Ketzer”-Rufe. Fertig?

Schön.

So, jetzt geht ihr mal los, und hört euch die beiden Podcasts an, die Moritz hier auf seiner Seifenkiste verlinkt. Wie man hören kann war die Box eher als “Capstone”-System gedacht, als ergänzende Werkzeugkiste für den Spielleiter der seine Welt bis oben hin strukturiert aufbauen wollte, und dann erst als Material für Spieler. Wobei D&D wenn man erstmal auf diesem Niveau gespielt hat zu einem ganz anderen Spiel wurde, wo es gar nicht mehr um Monster töten und Schätze bergen gehen sollte (Gut, gab genug Gruppen die es wahrscheinlich so gespielt haben, aber das ist jetzt weder hier noch da). Die Immortals-Box hatte ein ganz eigenes Feeling, sowohl von den Regeln her als auch vom “implizierten Setting”, ein feeling, das weder spätere Versionen von D&D noch die “Wrath of the Immortals”-Box, welche die ursprünglichen Immortals-Rules ablösen sollten und auf die Rules Cyclopedia basierten.  Was ich mich jetzt frage ist – warum ignoriert die Retro-Bewegung diesen Teil des ansonsten so gelobten und nachgeahmten “Mentzer-D&D”? War die “Goldene Box” damals so verschmäht, befürchtet man Probleme in Bezug auf die OGL, warum? Ich für meinen Teil würde einen Clone begrüßen, der wirklich den ganzen Weg geht, BECM UND auch I, oder ist da doch ein Clone an mir vorbeigegangen der mir diesen Wunsch erfüllen würde? Am liebsten wäre mir natürlich, wenn Labyrinth Lord statt in richtung AD&D (Wie unlängst mit dem Advanced Edition Companion geschehen) doch eher in Richtung BECMI weitergehen würde.

Aber vermutlich stehe ich damit ganz alleine auf weiter Flur…

Mein Rezensionsexemplar des Pathfinder RPGs ist gerade angekommen, und beim ersten Durchblättern ist mir etwas aufgefallen, das nur sehr indirekt mit dem Buch zu tun hat: Früher war mein Hobby einfacher. Nicht vom Regelwerk her – ich bin immer noch der Meinung das AD&D, Palladium und Rolemaster viel komplizierter waren als alles was ich im moment spiele bzw. spielen würde. Auch die Vorbereitungszeit ist nicht wesentlich länger oder kürzer geworden, nein mir geht’s mehr um den “gedanklichen Aufwand” den ich habe. Früher habe ich mir weniger gedanken gemacht darum, was das “Thema” oder die “Stimmung” meiner Abenteuer war, oder ob das so problemlos in die Spielwelt gepasst hat, ob die innere Logik der Welt das zulässt, nix. Die einzigen Gedanken waren: “Finde ich das cool? Finden meine Spieler das cool?”.

Das Problem ist natürlich auch, das es eigentlich kein weg zurück gibt. Genauso wie ich zwar immer noch spaß an sinnlosen, hirntoten wannabe Tolkien-clone finden kann, aber dennoch die leise stimme im kopf habe, die mir nörgelnd sagt was daran alles so scheiße ist habe ich auch beim gedanken daran eine Spielwelt zu basteln die rein auf coolness ohne innere Logik basiert das gefühl, nicht mein bestes gegeben zu haben um meine Spieler zu unterhalten.

Old school again and again…

Posted: April 24, 2009 by infernalteddy in Uncategorized
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Nachdem ich die letzten tage mich mal wieder in die Warhammer-Regelwerke vertieft habe ist mir etwas aufgefallen: allen versuchen der Old-school Bewegung zum trotz ist WHFRP das oldschooligste RPG derzeit auf dem markt. Das liegt noch nicht mal am Regelwerk (Auch wenn es fast unverändert das selbe ist, das in den 80s verwendung fand), sondern an der ganzen atmosphäre. Die Stimmung der ganzen Old-School Spiele ist irgendwie so gezwungen gygaxian. Das soll kein vorwurf sein – ich stehe der Old-School Bewegung wissen die Götter prinzipiell positiv gegenüber – aber das ganze wirkt nun mal sehr aufgesetzt (Besonders schlimm war das ja bei Labyrinth Lord, das klang wie die deutsche Übersetzung der Rules Cyclopedia 😉 ). Das mag der gewünschten Atmosphäre zuträglich sein, aber gygaxian konnte nur einer schreiben, und der schreibt nicht mehr (R.I.P.). Muß denn jedes Old-school Projekt versuchen zu klingen als würde Gary schreiben? Ich fände es sehr viel “old-schooliger” wenn der Schreibstil eher wäre wie einKumpel, der auf dem Sofa sitzt und es erklärt…

  • Interessanter Nebengedanke: Nicht genug das Warhammer das oldschooligste Spiel da draußen ist, nein, es ist wenn man es genau nimmt auch das erste echte Stimmungsspiel – schon Jahre vor Shadowrun, dem angeblich ersten 😉