Posts Tagged ‘rollenspiel deutschland’

Falls ihr es noch nicht hier gelesen habt: das Abenteuer-Blog ist umgezogen, ihr findet uns jetzt unter folgender Adresse – http://abenteuer-blog.de/

Doch damit nicht genug, wir sind jetzt auch über Facebook und Twitter erreichbar, details findet ihr unter beiden links. Außerdem suchen wir im zuge der allgemeinen wiederbelebung und umgestaltung auch leute, die sich gerne beim AB einbringen möchten, auch hier gibt’s details unter den genannten Adressen. Weitere Informationen bezüglich unserer Pläne gibt es dann die tage.

… ein Gastbeitrag von serafin

Zum Geleit:
Da ich kein eigenes Blog mehr habe, bzw. das Abenteuer-Blog ein Gemeinschaftsprojekt ist, welches nicht für Theorie- und Meinungsbeiträge gedacht ist, schreibe ich nun Gastbeiträge.

Dies geschieht eher unregelmässig und nur dann, wenn ich der Meinung bin, was zu sagen zu haben oder Frust ablassen zu müssen.

Ich beschränke mich dabei nicht auf ein bestimmtes Blog, denn ich erachte es als sehr wichtig, dass die Blogszene mehr zusammenarbeitet und sich vernetzt. Und dazu gehören nunmal auch Gastbeiträge.


Es war einmal in einem weiten Netz ohne Grenzen…

Die deutsche Forenlandschaft blüht und gedeiht, man erfreut sich eines regen Erfahrungs- und Gedankenaustausches und ganz Allgemein profitiert man von vielen verschiedenen Meinungen von vielen verschiedenen Menschen mit vielen verschiedenen Erkenntnissen. Dabei wird rücksichtsvoll und den Regeln des Anstandes entsprechend miteinander kommuniziert und alle fühlen sich wohl.

Und da wo das so ist, da sagen sich Fuchs und Gans abends gute Nacht, während der Wolf dem Rotkäpchen die Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Nicht umsonst fängt obiges Märchen mit “Es war einmal…” an – so wie alle guten Märchen.

NEIN, dieser Beitrag hat keinen akuten Anlass – nur um jeglichen Spekulationen vorzugreifen.
JA, du bist gemeint, liebes Blutschwerter-Forum, genauso wie du, oh Tanelorn. Und auch die wenigen anderen größeren Foren neben euch. Ja ihr da hinten, die ihr euch da im Schatten rumdrückt.

Wenn man sich die deutsche Forenlandschaft so betrachtet, merkt man eine immer stärker zu Tage tretende Stagnation. Und diese, so meine Meinung, ist selbst verschuldet!

“Ja, aber…” höre ich schon wieder unken. Nix “ja, aber…” – Facebook, Twitter und Co. haben damit genausowenig zu tun, wie WoW oder steigende Stromkosten. Die Schuld liegt in den Foren selbst. Ich weiß wovon ich spreche, war ich doch jahrelang selbst Moderator bei den Blutschwertern. Ein streitbarer Moderator gar, sowohl nach aussen als auch nach innen. Darüber, dass sich die Aussenwahrnehmung meiner Person als Moderator von der tatsächlichen Sachlage ziemlich unterschied, werde ich hier nicht groß philosophieren – das ist ein Thema, welches man bestenfalls privat bei einem guten Essen und dem dazugehörenden guten Schluck bespricht…

Die Ursache für die immer mehr zu großen Steinzeit-Chat-Ersatz werdenden Forendinosaurier ohne neue Inhalte und mit immer der gleichen Mischpoke ist der Klimawandel. Ja, richtig gehört, der Klimawandel!

“Der Klimawandel ist die wichtigste globale Herausforderung unserer Zeit!” sagte schon Sigmar Gabriel. Und wo er Recht hat, hat er Recht. Bevor ihr euch weiter fragt, ob ich nicht mehr alle beisammen habe vielleicht eine kurze Erklärung was ich meine.

Wenn ich von “Klimawandel” spreche, dann meine ich nicht den süßen Polarbären, der bald kein Eis mehr hat, sondern die Umgangsformen und den Tonfall innerhalb der Rollenspielforen – das Forenklima also.

Sehen wir uns doch mal den gewünschten “Soll”-Zustand eines dieser Foren an.

So schreibt das TANELORN in seinen Forenregeln folgendes:

Die Redaktion erwartet, dass im Forum sachlich und konstruktiv über Themen diskutiert wird
und die Benutzer freundlich und höflich miteinander umgehen!
Wir möchten darum bitten das Eskalationen in Diskussionen vermieden werden!
[…]
Die Beiträge anderer sollten daher grundsätzlich wohlwollend und positiv interpretiert werden!

Und was schreibt das Blutschwerter-Forum?

B! ist ein Projekt zur Förderung von phantastischen Spielen und Medien, insbesondere von Rollenspielen. In diesem Segment möchte B! ein ansprechendes, einladendes und attraktives Angebot an das Hobby sein und damit einen Wachstumskurs fahren.

[…]

Achtet daher bitte auf euren Ton. Beleidigungen, Unterstellungen und andere persönliche Angriffe sind zu unterlassen.

Und, wer alles hier ist der Meinung, dass das so auch umgesetzt wird? Eben. Und nein, der bucklige Kerl ohne Haare da hinten kriegt auch kein Freibier wenn er den Arm nach oben streckt, die dazu gehörige Veranstaltung ist in einem anderen Dungeon.

Aber warum ist das so? Ich denke, da spielen hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) zwei Faktoren eine Rolle.

Die eine Sache ist die mit der Zeit gewachsene Foren-Comunity an Alt-/Viel-Usern. Diese User haben mit der Zeit einige ganz eigene “Forenregeln” aufgestellt – wenn auch nicht bewusst, sondern einfach weil diese mit der Zeit so gewachsen sind.

Das ist an sich kein Problem, ganz im Gegenteil sogar notwendig, damit eine Gemeinschaft entsteht und besteht. Der Nachteil, wie immer in solchen Situationen ist die Einstiegshürde. Benutzer, welche noch nicht so lange dabei sind werden mitunter nicht so ernst genommen wie die alten Hasen mit den drei- bis vierstelligen Beitragszählern. Auch wird von diesen, mal mehr und mal weniger penetrant, gefordert sich dem jeweiligen Usus vollkommen anzugleichen.

Das kann mitunter seltsame Blüten treiben und zudem auch eher schädlich sein. Denn ab einem gewissen Punkt des Festgefahren seins von Sitten und Gebräuchen kommt es zum Stillstand. Dem kann man nur entgegenwirken, indem man eine gesunde Mischung aus üblichen Umgangsformen und Gepflogenheiten sowie Offenheit gegenüber anderen Gewohnheiten und Neulingen aufrecht erhält. Hier ist ganz eindeutig jeder einzelne Nutzer gefragt, aber insbesondere die Forenleitung mit ihren Moderatoren. Und das ist bestimmt keine leichte Aufgabe.

Der zweite Punkt ist sogar noch wichtiger als der erste Punkt. Und das ist die schleichende, aber aktive Vergiftung des Forenklimas. Diese hat nämlich das stetige Abwandern guter User zur Folge. Und das passiert in der Regel leise und ohne Abschiedsworte. Den Leuten wird es irgendwann zu bunt, aber statt sich noch zusätzlich Streß zu machen gehen die meisten einfach (und haben damit auch Recht, dient das Forum ja dem Austausch und dem Gespräch über das Hobby, Arbeit und Streß hat man auch so genug). Und ein weiterer, nicht unerheblicher Teil an Usern zieht sich in einen kleinen Bereich des Forums zurück, wo man “unter sich” ist. Einen Bereich wo nur ein kleiner Teil der Comunity aktiv ist, und wo man somit dem “Mob” entflieht.

Was genau ich mit der schleichenden Vergiftung meine, darüber habe ich in Ansätzen auch schonmal etwas geschrieben. Der Vollständigkeit halber sei es hier nochmal nachzulesen.

Nachdem ich mal wieder ein paar “alte” Schriftstücke durchgegangen bin, fiel mein Blick auch auf eine Arbeit über Schopenhauer. Im Zuge dessen musste ich auch an die Schopenhauer’schen rhetorischen Kunstgriffe denken.

Erstaunlich, wie viel davon hier immer wieder zu beobachten ist. Wenn man so darüber nachdenkt, findet man so ziemlich jeden einzelnen “Kunstgriff” in den hiesigen Diskussionen. Und obwohl das Schriftstück Schopenhauers mit dem Titel “Eristische* Dialektik – Die Kunst Recht zu behalten” vom Autor selbst als ironisches Werk auf die Rhetorik gedacht war, scheinen viele hier die dortigen Techniken als einzige Wahrheit zu vertreten.

Und eben diese Wahrheit die in diesen Lehren steckt ist nichts anderes als die Suche nach Streit. Passive Aggressionen, die man auf andere ablädt. Streit geschickt heraufbeschwört und sich an dem Leiden und den Reaktionen der Betroffenen ergötzt.

[…]

Warum, frage ich mich, warum muss man in eine Gemeinschaft platzen und dort Stunk machen? Wozu den eigenen Frust auf diese schändliche Art und Weise abladen? Sind die hier angewandten Methoden nicht einfach nur eine verbale und eloquente Form dessen, was man immer wieder in Bars und Clubs erlebt – nämlich das sich jemand eine Schlägerei sucht? Denn nichts anderes ist das doch auch hier, eine Schlägerei, wenn auch verbal. Und dann noch mit unredlichen Mitteln, sozusagen das “Sand in die Augen werfen” und “mit der abgebrochenen Bierflasche zuschlagen” der verbalen Auseinandersetzung.

Und ebenso wie bei der Clubsituation der (zu Recht) aufgebrachte Betroffene nach draussen befördert wird, wenn ihm – ausserhalb des Blicks der Türsteher – der tatsächliche Aggressor den Whiskey ins Gesicht gekippt hat, so ist es auch hier immer wieder zu beobachten, dass die betroffenen (und zu Recht aufgebrachten) User Verwarnungen und Maulkörbe kassieren oder gar öffentlich blamiert werden, während die eigentlichen Aggressoren ungestraft von dannen ziehen. Lediglich etwas ärmer an Frust, dafür voller Freude über die geglückte Schandtat.

* = eristisch, abgeleitet von der Göttin Eris, der Göttin des Zorns und der Zwietracht. Eristrik ist die Lehre des Streitgesprächs

Leonie/Bad Horse sowie SeelenJägerTee aus dem Tanelorn haben diesbezüglich auch schon ein paar Worte dazu geäussert, welche das auch sehr gut erklären.

Passiv-aggressiv bezeichnet einen verbalen Angriffstil, der aus dem Hinterhalt kommt. Der mit Subtext und Subsubtext arbeitet und bei dem der Autor nicht auf irgendwelche konkreten Beleidigungen festzulegen ist, weil er ja eigentlich nur was nettes sagen wollte.

[…]

Es ist schwieriger, auf passiv-aggressives Verhalten zu reagieren, weil man vielleicht nicht mal genau den Finger drauf legen kann, was einen jetzt grad irgendwie gestört hat.

[…]

Einige Leute haben eine besserwisserische, spitzfindige Argumentationsweise mit der sie es vortrefflich beherrschen die Aussagen anderer Leute als Sachlich inkompetent darzustellen obwohl sie nur sprachlich nicht absolut wasserdicht waren.
(Obwohl eigentlich klar ist was gemeint ist.)
Und dabei auch noch so eine Art drauf haben, die dem Betroffenen klar macht, dass es nicht darum geht eine ungenaue Aussage zu präzisieren, sondern einfach die gesamte Aussage des anderen zu entwerten.

Aber man kann dann ja nicht sagen: der hat mich beleidigt.
Man kann ja auch keine Retourkutsche geben, weil einem der Andere ja sprachlich überlegen ist und jede Aussage im Mund (oder hier im Text) herumdrehen kann.

Es ist eine Kränkung, wenn einem die Sachkompetenz unterminiert wird, weil man nicht so eloquent ist wie der andere.
Außerdem ist man auf sprachlicher Ebene ohnmächtig, und ohnmächtig zu sein kann einen aggressiv machen.
Das einem dann mal der Kragen platz und man den anderen beileidigt kann ich verstehen. Einfach weil man den anderen ja nicht genauso behandeln kann wie er einen behandelt hat – dazu fehlt einem ja die Eloquenz.

[…]

Aber dem “Opfer” bleibt ja keine Möglichkeit sich zu wehren.
Die einzige Waffe die ihm bleibt ist das plumpe: “DU ARSCHLOCH!”

[…]

Eine Diskussion SOLLTE nicht deswegen gewonnen werden, weil ich die berechtigte Aussage meines Gegenübers durch rhetorische Wendungen nihilieren kann, sonder weil ich bessere ARGUMENTE habe.

Gerade zu letztem Satz sei noch hinzuzufügen, dass ich selbst als Moderator oftmals auch das Gefühl hatte, es geht überhaupt gar nicht drum zu gewinnen, sondern vielmehr darum dem Gegenüber seine Überlegenheit an Eloquenz zu demonstrieren. Machtgehabe.

Was die Folgen solchen Handelns für ein Forum sind, dürfte klar sein. Zum einen immer wieder aufschäumende Emotionen inklusvie kurzzeitger großer Verbaltiraden sowie eine unterschwellige, vergiftete Stimmung. Denn auch andere merken, hier läuft was schief – auch wenn sie genausowenig den Finger drauf legen können. De facto gehen jedoch mindestens genauso viele User aus Entsetzen, Unverständnis oder Abneigung gegen den herrschenden Tonfall als auch User gehen, weil man ihnen unterschwellig zu verstehen gibt, sie seien unfähig und unerwünscht.

Wenn wir uns jetzt mal die RPG-Forenlandschaft in Deutschland so betrachten, und dabei die obigen Dinge berücksichtigen, ist der schleichende Verfall schon stark zu spüren. Interessante Themen kommen nur noch selten – woher auch? Dafür wachsen Comunity-Spiele in unermeßliche Längen und die Breite des restlichen Forums ist großteils gefüllt mit Ego-Gehabe und Geprolle der überlebenden Platzhirsche.

Doch kommen wir nochmal zurück auf das Märchen am Anfang, die heile Forenwelt wo alles rund läuft. Dass es diese nicht gibt sollte jedem klar sein, aber als angestrebter Idealzustand sollte sie dennoch dienen. Und wenn sich jemand heute zum Ziel setzt, ein RPG-Forum zu einem einladenden Ort zu machen muss er sich über die obigen Probleme bewusst sein und entsprechende Schritte einleiten. Und ich fände es ehrlich gesagt sehr schade, wenn die Forenlandschaft noch karger würde, als sie es schon geworden ist, nur weil man sich vor diesen Problemen verschließt.

Und bitte, dies soll keinesfalls die Arbeit oder den Einsatz unzähliger Forenmacher und Forenmitarbeiter schlecht machen – so ist das nicht gemeint. Ich weiß, dass man das mitunter so auffassen kann. Gerade deshalb sage ich es so deutlich! Mir geht es einzig und allein darum, gewisse Beobachtungen (welche ich ja nichtmals alleine habe) festzustellen und zu kommunizieren.

Jaja, mal ein Titel auf Deutsch.

  • Ich sehe momentan wesentlich mehr kreative Energie in der deutschen Rollenspielblogszene als – wie es bisher der Fall war – in den Foren. Jedes größere Forum scheint derzeit ein wenig einzuschlafen oder in der Krise zu stecken, während die Blogosphäre momentan richtig aufblüht. Vor allem seid die meisten reinen News- und Nachplapperblogs eingeschlafen sind (Den lobenswerten Rollenspiel-Almanach nehme ich an dieser Stelle mal davon aus, da bin ich sehr froh drum das es noch bei uns ist!) vergeht eigentlich kein tag an dem ich nicht über das (ebenfalls lobenswerte!) RSP-Blogs drübersurfe und irgendwas interessantes lese. Das einzige “Problem” das ich mit den deutschen Blogs habe ist das zu viel theoretisches, zu viel verkopfung dabei ist – zu viel “ich würde, ich will” und zu wenig “Ich mache, wir tun”.  Das haben uns die Amis vorraus. Dafür haben wir eine größere Bandbreite an behandelten Systemen (Stellt euch vor, lauter DSA-Blogs…)
  • Was mir in der deutschen Blogosphäre allerdings fehlt sind zwei dinge: Zum einen fehlt mir sowas wie eine Wochenzusammenfassung, wie es Limited Editions früher gemacht hat, wo einfach die (subjektiv) interessantesten Posts der Woche verlinkt und besprochen werden. Ich würde sowas selbst machen, wenn ich nicht mitterweile einfach ein wenig zu eingespannt bin, vor allem jetzt mit The Dungeon und der Reanimierung des Abenteuerblogs. Was mir aber auch ein wenig fehlt ist die Kommunikation zwischen den “Machern” unter uns. Im moment sind wir alle ein wenig einzelkämpferisch, bzw. außer den kommentaren unter den Posts reden wir nicht wirklich miteinander. Und ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich hab eine hemmschwelle was manche themen angeht – Wenn ich jemanden eine Zusammenarbeit vorschlagen möchte bei einem thema, oder wenn ich wieder sowas wie den Praxismonat vom letzten Jahr machen möchte will ich das nicht unbeding über Kommentare in einem Blog machen, was der Grund ist warum ich das (sehr leere und einsame) Blog-Forum aufgemacht habe. (Jaja, schamlose Werbung)
  • Ich habe mir die “Neue Rote Box” zugelegt, bin das ganze durch, und bin eigentlich positiv überrascht, positiver las ich mit meiner offenen Einstellung gedacht hatte. Ich werde aber demnächst mehr dazu sagen, nur so viel – vielleicht finde ja doch noch zu D&D 4. Was aber nicht heißt das ich Pathfinder untreu werde.

So, schönen Sonntag noch, euer

-iTeddy

Eigentlich hatte ich vor, heute mal ein wenig über Tabletops und welche Verbindung für mich zwischen diesen und dem Rollenspiel bestehen, quasi als geheimnissvolles Foreshadowing für etwas, das ich euch am Freitag mitteilen wollte. Aber das wird warten müssen. Ich nehme an die Nachrichten über Catalyst haben mitterweile jeden erreicht der im Netz unterwegs ist, aber für diejenigen die in den letzten 24 Stunden keinen Kontakt zu ihrem Exocortex hatten hat Raben-AAS hier eine Zusammenfassung. lest es euch mal durch, und kommt dann wieder her, ich warte so lange auf euch.

So, wieder da? Alles gelesen? Schön. Naja, schön ist anders… Ich habe jetzt nicht vor, das Ganze nochmal durchzukauen, oder euch glauben zu lassen ich hätte neue, schockierende Kenntnisse und geheime Einsichten die sich doch nur als wilde Gerüchte von Big Purple erweisen – Ich weiß auch nicht mehr als ihr. Ich möchte eher über etwas anderes reden, nämlich darüber, was das jetzt für das SF-Genre im Rollenspiel bedeutet. Schauen wir uns zunächst mal das Portfolio von Catalyst Game Labs an, was machen die denn so? Battletech, Shadowrun, Eclipse Phase, Cthulhutech und (geplant) Leviathans. Daneben noch ein paar Brett- und Kartenspiele, aber für uns als Rollenspieler sind die oben Genannten die interessanten Sachen. Alles SF-Spiele. Gut, man könnte argumentieren das Shadowrun eher Science Fantasy ist, und manche Leute scheinen zu glauben das man Steampunk eher zu Fantasy stecken sollte (Schämt euch!), dennoch zeigt sich heir das Profil eine Verlags der innovative SF-RPGs veröffentlicht. Schauen wir uns die Reihen im einzelnen an:

Battletech:
Angefangen hat Battletech als relativ einfaches Brettspiel, inspiriert durch einige der ersten Anime-Serien die ihren durchbruch in den USA erlebten, vor allem Robotech. Das Spiel – ursprünglich mit dem Namen Battledroids bis George Lucas sich räusperte – war von FASA zunächst als nettes Spiel für Zwischendurch gedacht, überholte aber sehr schnell andere Hauseigene Spiele wie die Renegade Legion-Serie, und setzte FASA an die Spitze der RPG-Publisher die sich mit SF beschäftigten (Zumindest bis WEG die Lizenz für Star Wars an Land zogen). Im Laufe der Zeit wurde sowohl das System als auch das Setting immer weiter ausgebaut, und gehört heute zu den am detailiertest Rollenspielhintergründen die nicht auf eine bestehende IP basieren. Gleichzeitig ist es zusammen mit D&D die IP die am multimedialsten ausgebaut wurden (Kinofilm fehlt, aber dafür gab es die schicken simulatoren…).
Verlustwert: Mittel bis hoch. Unter Catalyst hatte sich Battletech gerade zu einer zweiten Renaissance hochgearbeitet. Dennoch ist Battletech im Tabletop/Strategie-Bereich nicht mehr die dominierende Macht die es vor 10-15 Jahren war. Rollenspielerisch wäre der Verlust sogar noch geringer, da keines der bisherigen Rollenspiele im Battletech-Universum besonders erfolgreich war. Allerdings ist es gerade dieses sehr umfangreiche Universum das diese IP besonders Wertvoll macht.
Chancen: Sollte Catalyst untergehen (Was ich weder hoffe noch erwarte) ist die Chance auf eine Wiederauferstehung eher gering. Battletech hat bereits eine lange Dürreperiode hinter sich, einen zweiten Tod könnte sich das Spiel vermutlich nicht leisten. Allerdings: die IP würde wahrscheinlich in form von weiteren Computerspielen wie die Mechwarrior- und Mechcommander-Reihen weiterleben.

Shadowrun:
FASAs Antwort auf Cyberpunk war lange Zeit DAS Zugpferd sowohl für den ursprünglichen Verlag als auch für die späteren Lizenzhalter wie Wizkids, FanPro und jetzt auch Catalyst. Es dürfte wenige deutsche Rollenspieler geben die keinen Kontakt mit diesem Spiel hatten. Catalyst hat die hervorragende überarbeitung und modernisierung konsequent fortgesetzt, die bereits unter FanPro US mit der 4. Edition begonnen hatte, und hat das ganze zudem noch in ein modernes, ansprechendes Gewand gepackt.
Verlustwert: Sehr hoch. Shadowrun ist – zusammen mit Rifts – der “Last Man Standing” der “Story-” oder “Atmosphere Games” der frühen Neunziger. Zudem ist es gerade in der deutschen Rollenspielszene eines der drei klassischen Einstiegsspiele und für viele das einzige SF-Rollenspiel das sie jemals spielen. Die logisch durchdachte, konsequent weiterentwickelte Hintergrundwelt, verbunden mit der mechanisch sehr guten 4. Edition des Regelwerks sind derzeit das einzige ernstzunehmende Cyberpunk-RPG – allerdings bewegt es sich lange nach dem Tod des literarischen Genres auch langsam in richtung Transhumanismus.
Chancen: Sehr hoch. Von allen Spielen die Catalyst im Stall hat ist Shadowrun dasjenige, das am ehesten von einem anderen Publisher aufgeschnappt werden dürfte. Zwar auch in .de nicht mehr die Lizenz zum Gelddrucken das es mal war, so dürfte diese Spiel dasjenige sein, das am ehesten wieder aus der Versenkung auftauchen dürfte.

Eclipse Phase:
Inspiriert von der neusten literarischen Strömung der SF-Literatur – dem Transhumanismus – und den Gedanken “wo könnte sich Shadowrun hinentwickeln” war Eclipse Phase für mich die größte Überraschung im Bereich SF in der Rollenspielszene seid… Dark Herasy? Mongoose Traveller? LUG Trek? Ein einfaches, sehr elegantes System, ein Setting das Postapokalypse, Transhumanisums und Horror ebenso einzigartig vermischt wie seinerzeit Shadowrun Cyberpunk und Fantasy, Eclipse Phase ist in jeder Hinsicht eines der innovativsten RPGs des 21. Jahrhunderts.
Zum Glück ist es nicht von Catalyst.
Verlustwert: Hoch. Eclipse Phase ist zwar noch nicht lange genug auf den Markt um sich als Marke etabliert zu haben, ist aber in mehrerer Hinsicht richtungsweisend. Zum einen wegen dem wirklich brillianten Setting – wir haben es hier mit einem der ersten RPGs zu tun die sich des Transhumanismus vollständig annehmen, auch hier kann man es eigentlich nur mit Shadowruns vor 20 Jahren vergleichen. zum anderen…
Chancen: Die Überlebenschancen für Eclipse Phase sind sehr hoch. Zum einen deshalb, weil es zwar von Catalyst verlegt und vertrieben wird, aber eigentlich Posthuman Studios gehört, die deshalb im ungünstigsten Fall sich entweder mit einem anderen Verleger einigen können, oder es sogar – zumindest elektronisch – selbst vertreiben können. Außerdem ist der komplette text und der größte Teil des Artworks unter eine Creative Commons Lizenz veröffentlicht worden, die es jedem erlaubt das Dokument zu kopieren und zu verbreiten (Allerdings nicht gegen Profit). Dennoch – oder gerade deswegen – hat sich Eclipse Phase sehr gut verkauft bisher…

CthulhuTech:
Auch bei CthulhuTech handelt es sich um ein Spiel das von Catalyst vertrieben wird, aber ausser haus entwickelt wird, in diesem Fall von Wildfire. CthulhuTech lässt sich am besten beschreiben als “Lovecraft meets NeonGenesis Evangelion. And the Old Ones are waking.” CthulhuTech wurde ursprünglich von Mongoose Publishing vertrieben, wechselte aber später auf Grund diverser Probleme zu Catalyst, und hat mehrere Preise sowohl für das Design als auch Setting und System gewonnen.
Verlustwert: Mittel. CthulhuTech ist ein deutliches Nischenprodukt das zwar sein Zielpublikum gefunden hat, darüber hinaus aber kaum Beachtung gefunden hat. Dennoch hat es in seiner Nische – “War is horror, war is hell” eigentlich nur das Warhammer 40K-Universum als konkurrenz.
Chancen: Ähnlich wie bei Eclipse Phase, außer das hier die CCL fehlt.

Zu Levithians kann ich – da das SPiel noch nicht erscheinen ist – logischerweise noch nichts sagen. Mich würde aber interessieren wie andere meine Analyse sehen.

Okay, dieses mal geht’s weniger um das Spielen als eher um das Erschaffen.

Ich leite ja nicht nur, ich schreibe auch. Und damit meine ich nicht nur SL-Material. Ich habe hier im Regal hinter mir mehrere Ordner mit Settingmaterialien, sei es irgenwelche Notizen zu längst vergangenen Campaigns, NSCs zu Spielen die ich nicht mehr besitze, oder das “etwas” umfangreiche Fantasy-Setting das ich zum Erscheinen von D&D 3.0 angefangen hatte (Und heute noch am ausarbeiten bin. Da stecken geschichten dahinter…). Außerdem habe ich hier noch Ordner mit Kurzgeschichten, Romananfängen, Gedichten und ähnliches mehr, und da ist auch einiges über die Jahre zusammengekommen.

Überschneidung? Null.

Ich habe keine einzige Geschichte, keine einzige Zeile Fiktion zu meinen Rollenspielen verfaßt. Nix. Nada. Null. Warum? Weil Rollenspiel nunmal nicht Fiction Writing ist. Eine Welt, die sich zum Rollenspielen eignet, eignet sich selten wirklich zum Geschichtenschreiben – und umgekehrt. Ich hab’ in Hismar berge von Plothooks, Campaign- und Abenteuerideen verarbeitet, aber die wenigsten davon würden sich wirklich eignen um daraus einen geschichte zu machen. und wenn, dann wären es letztenendes “geschichten”, bei denen ich die Anfangslage aufstellen würde, und zugucken würde wo die Spieler damit hingehen, und was sie damit machen. Keine geschichte die ich schreiben würde, sondern eine, die mit den Spielern entstehen würde. Und seien wir doch ehrlich – so toll Rollenspielsessions auch sind, die wenigsten wären als Roman interessant, oder?

Umgekehrt natürlich auch: Klar mag ich Tolkien, Dune oder The Atrocity Archives. Aber in diesen Welten spielen wollen? Nicht wirklich. Ich bin eh ein Tolkien- und Dune-Freak, aber ich wette, sollte ich mal eine Runde in einer dieser Welten ansiedeln hätte ich sofort jemanden an der Backe, der mit traumwandlerischer sicherheit einen Fehler nach dem anderen finden würde, den ich in bezug auf das ursprungsmaterial gemacht hätte. Zumal die wenigsten Romane so geschrieben sind das sie eine vielzahl von Protagonisten tragen. Meist ist es ja doch der eine Protagonist, unterstützt von einigen nebencharakteren, der die Handlung erlebt.

Es gibt auch Romane zu Rollenspielwelten, klar. Manche davon sind auch richtig gut, auch klar. Aber das ist in meinen Augen eher die Ausnahme. Und oft ist es auch ein Problem: die wenigsten Rollenspiel unterstützen tatsächlich die Möglichekiten und Plots, die in den Romanen dargestellt werden. Die D&D-Romane sind zum Beispiel niemals als Rollenspiel umsetzbar – und bei den paar DSA-Romanen die ich vor Jahren gelsen habe ist es auch eher so, das sie eine ähnliche Welt abdecken als die des Rollenspiels, aber niemals die selbe.

Also: Gaming and Writing are NOT the same. Repeat that every night before you go to bed.

Ich gehe jetzt mal noch was für meinem Roman über Feen schreiben. Und ihr könnt euch über eines sicher sein: NICHTS davon wird jemals von mir im Rollenspiel verwendet werden. Versprochen!

… und es war toll! Kleine location in Bahnhofsnähe, nicht zu groß, nicht zu klein, familiäre atmosphäre, sehr nette Mitmenschen. Serafin hat “Savage Star Wars” geleitet, und alle hatten viel spaß – auch der Wookie-Spieler der gerade fotographiert hat (Tipp: ich)

Später trafen sich einige Bekannte auf dem Hof der location, und nach und nach wurde ein richtiges kleines “inoffizielles” B!utschwerter-Treffen draus – sollten wir uf jeden fall wiederholen, spätestens im Herbst auf der Brain & Dice.

Inoffizielles B!utschwerter-Treffen auf der HeidelCon (Links nach rechts):
Rasayn, Ace van Acer, Serafin, Narses, Shub-Schumann, Skyrock, Myrmidon
Nicht zu sehen: Teddy (Der knipst)

Leider mußte ich aus Zeitgründen kurz nach dem foto los, ich wäre gerne für die Runde Forward… to Adventure! geblieben die Skyrock danach angeboten hat…

Also: HeidelCon gerne wieder, auf die Brain & Dice freue ich mich auf jeden fall schon, nächster halt: Freitag Karota XIV in Kaiserslautern

P.S.: Hat jemand eine idee wie ich die bilder so hinbekomme das sie auf blogbreite runterskalliert werden?

Thoughts after a session of Warhammer

Posted: April 17, 2009 by infernalteddy in Uncategorized
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1.) Der Zauberlehrling gehört verbrannt – wie immer.
2.) Der Runenschmied-Azubi kämpft besser als der Schildbrecher.
3.) Der Grabräuber will Hexenjäger werden – finde ich gut. Der Zauberlehrling weniger 😉
4.) Unsere Waldelfin fühlt sich überfordert.
5.) Mein Laienpriester des Sigmar ist toll 😀

Gedankenfetzen: Gerade das Interview von DORP-TV mit Nackter Stahl geguckt. Frau hohl, Spiel blöd, Quellenbuch bei Warhammer abgeschrieben.

Aber das wußten wir auch vorher schon…